i am smiling at you

… da sitzt man so … alleine, nicht traurig oder melancholisch …, einfach entspannt.
… sieht sich in der eigenen Wohnung ein wenig um …, denkt daran, dass Weihnachten ist …, genießt die Stimmung: Kerzen, Kaminfeuer auf Netflix, James Brown singt “Let’s Make Christmas Mean Something This Year”.

Der gestrige Abend war einfach wundervoll! Weihnachten mal so ganz anders … mit Freunden … oder Familie!? Mit Menschen eben, die ich innerhalb eines halben Jahres in mein Herz geschlossen habe! 

Die Entscheidung mit ihnen zu feiern habe ich mir nicht leicht gemacht! Schließlich waren es sechs Menschen! 

… in jedem anderen Jahr eine gemütliche intime Runde mit dem Potential für den perfekten Abend … 
2020 ein abzuwägendes Risiko der Ansteckung mit dem Covid-19-Virus.

… was für ein Jahr, oder? 

März 2020: Lockdown! 

Anfang März war in mir noch nicht mal eine Idee davon, was Lockdown und Quarantäne überhaupt bedeuten … aus Krimiserien kennt man es vielleicht: eine Person in einem Isolationsraum, Besuch hinter einer Glasscheibe mit Mikrofon …, aber im realen Leben … und eine ganze Gesellschaft? 
Eine Woche später wars dann tatsächlich soweit … Aus der Spinnerei und den Gerüchten wurde Realität: Österreich im Lockdown … die Maria-Hilfer-Straße … der erste Bezirk … die Wege am Donaukanal … der Heldenplatz … keine Touristen, wenige Wiener, die die Straßenseite wechseln, sobald ihnen jemand entgegenkommt, Polizei, die mit Maske patrouilliert und streng darauf achtet, dass niemand sich mit jemandem trifft, der nicht im selben Haushalt lebt … 

Anordnung der Regierung: 
Es gibt künftig nur drei Gründe, das Haus zu verlassen:
1. um anderen zu helfen
2. um Dinge des täglichen Bedarfs einzukaufen
3. um einen Spaziergang zum geistigen und körperlichen Ausgleich zu unternehmen

… die Wohnung verlassen, den Flur hinunterlaufen …, die Haustür hinter sich zufallenlassen, um nach den ersten Metern wieder umzukehren: Maske und Desinfektionsmittel vergessen

Ich weiß noch, wie ich Anfang April zwischen den Museen saß, als die Polizei kam und aus dem Auto mit Lautsprechern die Ansage machte, man soll sich weiterbewegen: Rumsitzen in der Öffentlichkeit ist nicht gestattet. 

… der Sommer kam, die Infektionen gingen zurück, Geschäfte, Bars und öffentliche Orte durften wieder besucht, Freunde getroffen werden …, um im Herbst schon wieder den zweiten Lockdown kommen zu sehen … auf Grund der steigenden Infektionen … 

Ich sitze hier auf meinem Sofa und schreibe diese Zeilen … in dem Wissen, dass ab morgen, dem 26.12.2020, sogar schon der dritte Lockdown startet: 
der letzte Lockdown 2020 … der erste Lockdown 2021! 

Da bekommt das Lied, welches James Brown mit so viel Leidenschaft füllt, eine besondere Bedeutung auf einer neuen Ebene: 
Let’s make this Christmas mean something this year! 

Geben wir Weihnachten dieses Jahr eine besondere Bedeutung! 
So bedeutet Weihnachten mit Freunden oder Familie feiern dieses Jahr wahrlich so viel mehr auf eine ganz neue Art und Weise als die letzten Jahre. 

Weihnachten mit geliebten Menschen zu feiern war meistens etwas Selbstverständliches.
Dieses Jahr muss man sich überlegen, mit wem man feiert, um die vernünftige (vergessen wir mal erlaubte) Menge an Menschen, die man trifft, nicht zu sehr auszureizen, sodass man sich und andere keinem zu hohen Infektionsrisiko aussetzt. 

Mit der unmittelbaren Aussicht auf den dritten Lockdown und dem Wissen, dass vor einem Jahr um diese Zeit dieser Wahnsinn gerade erst begonnen hat, würdigt man einen Abend im Kreise seiner Lieben ganz anders! 
Und immer ist das Unterbewusstsein dabei, den Abstand zu den anderen zu überprüfen und zu beobachten, wer in welche Richtung spricht …

Halten wir Abstand! Treffen wir nur wenige ausgewählte Menschen! Tragen wir Maske, um unsere Mitmenschen zu schützen! 
Tun wir alles, damit 2021 normaler werden kann! 
Tun wir alles dafür, dass dieser Blogeintrag in einem Jahr weit entfernt und wie aus einer anderen Welt wirkt!

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