feels good to be me
… einer dieser Tage …
8:00 Uhr klingelt mein Wecker – nicht, dass ich da nicht schon wach gewesen wäre …
Wäre da nicht 8:30 Uhr Markt mit Anthony auf meinem Plan, hätte ich mich nochmal umgedreht und der Tag wäre wohl wieder so ein mattes Dahinleben geworden.
Aufgestanden, angezogen, Helm auf, Wohnung verlassen, frische Luft und das Rad unter mir! Das motivert extrem! Das fühlt sich soooo gut an!
Auf dem Markt dann die liebe Brotfrau, die mit ihrer Art einfach gute Laune verbreitet und bei der ich mein Wallnussbrot kaufe…
Und all die anderen Menschen, die so schön miteinander umgehen – ich genieße diese Stimmung, die Gespräche mit Anthony.
Zurück zuhause war ich etwas durchgefroren, also heiße Dusche! … Noch so ein tolles Gefühl!
Anschließend Kaffee von Hand mahlen, das Wallnussbrot aufschneiden, Orangensaft in ein Glas schenken – das Ritual ‘Frühstück’ mag ich schon gerne!
Diese Mischung aus den Gerüchen von frischem Kaffee, frisch geschnittenem Brot, die Musik und das Wissen, dass der Tag gut werden kann und noch vor einem liegt!
Nach dem Frühstück war ich noch motivierter!
Google Maps aufmachen, rauszoomen, grünen Fleck suchen, reinzoomen: Augarten!
Schnell alles wegräumen, Tee kochen für unterwegs, Vorfreude auf das vor mir liegende Abenteuer wahrnehmen und genießen, Tee kochen, Tee in Thermoskanne füllen, Shirt(s) anziehen, Pulli drüber, Weste zumachen, Jacke zumachen, Windjacke zumachen, Rucksack aufsetzen, Handschuhe an, Helm auf, Rad aus der Wohnung schieben, abschließen, … Rad auf die Straße schieben … Sonne! Was für ein herrliches Gefühl!!!
Dann bis zum Donaukanal runterradeln
Es geht nur bergab und ich kann gemütlich die Sonne in den Gassen Wiens genießen! Das liebe ich, egal ob zu Fuß oder mit dem Rad!
Am Donaukanal dann irgendwie links… soviel wusste ich… Irgendwann dachte ich: “Müsste nicht längst …” ja doch klar… hätte gemusst … egal!
Das Wetter war herrlich und meine Laune so gut!
Also umgedreht und da ich ja mittlerweile nur noch Radweg hatte – Kopfhörer eingestöpselt!
Feels Good To Be Me – The 502’s
Und dazu dieser Blick:
Fühlst Du es?!
Sooooo herrlich!
Da ich nun wusste, zumindest grob, in welcher Richtung mein Ziel liegt, Flakturm im Augarten war über den Donaukanal hinweg zu sehen, startete ich mit der Musik im Ohr in Richtung Sonne!
Erwähnte ich “So herrlich” schon?!
Auf dem richtigen Weg, kurz vor dem Ziel, bekam ich einen Vorgeschmack, wie stimmungsvoll es werden würde.
Nachdem ich an zwei oder drei Toren vorbeigefahren bin, die verschlossen waren, kam ich zum eigentlichen Eingang.
Das war der Moment, wo ich mein Rad nicht nur kurz abgestellt habe, sondern wo ich den Helm durch die Schiebermütze ersetzte und gespannt war, was mich im Augarten erwaren würde!
Ich war schließlich noch nie dort!
Gut, dass mich jetzt ein Blog zu sowas motiviert!
Hinter dem Eingang ging es genauso schön weiter.
Ich fand also einen Fahrradständer und startete auf meine Erkundungstour.
Was man fast von jedem Eck des Parks sieht, ist einer der beiden Flaktürme im Park.
[Die sechs Flaktürme Wiens wurden zwischen 1942 und 1945 zur Luftabwehr errichtet; einer von ihnen ist heute das bekannte Haus des Meeres.]
Steht man dann direkt davor, ist es irgendwie schon sehr viel Stahlbeton und wirkt, trotz der friedlichen Stimmung in mir, irgendwie bedrohlich und man hat ein bisschen “Zweiter Weltkrieg” im Ohr …
Beim Schlendern durch den Park ist dann aber doch die Stimmung mit den Musikern und den Menschen, der Luft und dem Licht stärker und es ist einfach schön, den Blick schweifen zu lassen und zu genießen!
Sogar einen Sportplatz hat der Park!
Ein bisschen “Red Oaks” (Serie, die in den 1980ern spielt, Tennis-Club in den USA als Thema) Stimmung kommt da fast auf!
Und doch ist er leer und abgesperrt. Die Stimmung im Park lässt einen Abstand und Corona fast vergessen …
Beim Verlassen des Parks noch eines meiner Liblingsmotive abgelichtet.
Dann noch den Kontrast zwischen herrlichem Wien und Zweitem Weltkrieg eingefangen.
Und dann war da dieser Typ …
Er beobachtet mich kurz beim Fotografieren…
Ich bemerke ihn, er lächelt mich an, ich lächle ihn an…
Er trägt eine orangene Mütze, schwarze Jacke, schwarze Jeans, weiße Vans … eine schöne Mischung aus alternativ und schick!
Fuck! Du ärgerst dich, wenn du es nicht versuchst…
Also wieder in den Park … wir haben uns dann noch dreimal gesehen …
Aber ich habe einfach nicht den Mumm gehabt, ihn anzusprechen … es ist 2020! Wer spricht auch heute noch echte Menschen an …
Ich sehe die Szene in irgendeiner Serie vor mir:
“Hey, hast du mal Feuer?” – “Nein.” – “Gut, ich mag Raucher eh nicht.” – “Warum fragst du dann nach Feuer?” – “Wollte dich ansprechen …” und sie lebten … naja … du weißt schon.
Anthony hatte inzwischen angerufen: “Treffe mich in einer Stunde mit Larissa zum Spazieren, kommst mit?”
Nachdem ich auch meine letzte Chance, wir saßen jeder auf einer Bank (ganz zufällig natürlich) und sahen uns gelegentlich an, versäumt habe, machte ich mich dann auf den Weg zurück in den 7ten …
In mir die ganze Zeit dieser Ärger, dass es heute so schwer ist, jemanden anzusprechen … Als Fotograf eh schon, mit ‘gehen wir auf ein Date’-Absicht noch mehr!
Die Lösung: Blog! – Schauen wir mal, ob es klappt.
Zurück im 7ten noch kurz ein weiteres Lieblingsmotiv ablichten…
… und dann Anthony und Larissa treffen und durch Wiens ersten Bezirk spazieren.
Anthony hat immer etwas zu erzählen…
Und einen Schokonikolaus kann man nur mit Mund-Nasen-Schutz kaufen gehen!
… und dann wurde es auch schon dunkel…
… die letzten Weihnachtsgeschenke werden gesucht… vielleicht auch ein bisschen Sehnsucht nach der Wärme eines Wohnzimmers …
… und die Gebäude und Innenhöfe, die Wien seinen Charme verleihen, sind fast noch schöner, wenn sie nachts beleuchtet sind…
Thx for reading 🙂