it’s me!? - it is! isn’t it!?

Hmmm… wie fange ich das an?
Japp! Hab mich nackt fotografiert… 
Überrascht? Schonmal gemacht? 
… mit der eigenen Nacktheit befasst?

Damit befasst, was es heißt, nackt zu sein? 
Emotional? Körperlich? Entblößt! Schutzlos! … 
Ehrlich? Ehrlich! Ehrlich!?… oder? 
Dich selbst nackt sehen – was fühlst Du dabei?

Körperliche Zweifel? Oder doch eher: “Wer bin ich?” oder: “Hm, das bist Du” oder vielleicht: “Bist das echt Du?”…
Schau dir in die Augen, atme durch, was fühlst du dabei?!

Was ist Dir dabei überhaupt wichtig … an Dir…?

Ich glaube, die Idee dazu kam, als ich von Faber 
sein Lied “Top” hörte … 
Oder war es “Alles Gute”? 
Faber ist aktuell ein sehr intensiver Künstler für mich…
Ich weiß nicht warum… aber bei den Zeilen:

“Bin ich so, weil sich meine Eltern streiten?
[…]
Hab’ ich Schiss, mich in ‘nen Mann zu verlieben?
Ich fühl’ mich schwach und mir ist peinlich, dass ich scheu bin [vor mir selbst?!]
[…]
Doch all dies könnte mir nie schaden
Denn all dies würde ich mich nie fragen”

… würde ich mich nie fragen: Hatte oder habe ich ein so gestörtes Verhältnis zu mir, dass ich mich nicht traue, mich selbst nach den unangenehmen Dingen zu fragen?
Meine tiefsten Ängste und Gefühlen … 

Was ist es, was mich an diesen Liedern so berührt? 
Kennst Du das? Dass dich etwas anspricht und es etwas ganz tief in Dir in Bewegung setzt, ohne, dass Du wusstest, dass es da ist?

Meine erste Bildidee für dieses intimste Projekt war: ich in Embrionalstellung… verkrampft … nach mir selbst suchend… 
Oft sagen wir zu jemandem, den wir lieben: “Ich brauche dich”… Sagt man das zu sich selbst auch, wenn man im Begriff ist, sich selbst zu verlieren? 
Merkst Du es, wenn es so ist? 
Kennst Du diese Tage, an denen du Dir deiner selbst nicht bewusst bist? … Dir selbst fremd?!

In “Alles Gute” singt er auch:

“Wenn du dann am Boden bist
Weißt du, wo du hingehörst
Wenn du ganz alleine bist
Weißt du, was du warst”

Jetzt, da ich es lese, bekommt dieser Refrain nochmal eine ganze neue Bedeutung für mich! Ich habe Gänsehaut! 

Dieses Gefühl, loslassen zu wollen … Ängste, Schmerzen, Verzweiflung… sich selbst…? Der Wunsch, einfach “ich” sein zu dürfen …, dass dieses “Ich” nicht (nur) auf Ablehnung stößt …
Einerseits alleine sein wollen, andererseits auf keinen Fall alleine sein wollen…

“Wenn du ganz alleine bist, weißt du, was du warst”

Diese Zeile trifft auf so vielen Ebenen zu! Fast gruselig!
Und weißt Du was?! Was ich bin, weiß ich zu schätzen, weil ich weiß, was ich war!

Und dann… “Generation YouPorn”:

“Ich bin so dumm, ich weiß nicht mal, wer ich bin
Ich bin so dumm, ich krieg’ das alles nicht mehr hin
Ich bin so dumm, ich kann das alles überhaupt nicht verstehen”

Warum diese Zeilen mich so berühren …, dass ich meine Mimik beim Sehen des Videos kaum unter Kontrolle habe, weiß ich nicht… 

Ich habe derzeit oft das Gefühl, dass ich noch immer auf der Suche nach mir selbst bin … (“21, 22, 23” von AnnenMayKantereit würde wohl auch passen)… 

In Bezug auf der Suche nach mir selbst war es ein unfassbar intensives Jahr! Das Auf und Ab von “Das bin ich!” zu “Das bin ich?”, bis hin zu “Das will ich sein!”, um am Ende bei “Was will ich sein?” zu landen … Ganz zu schweigen von “Wer will ich sein?” … und sowieso:
“Wer bin ich?” … 

Die Suche nach Dir selbst… – hast Du sie je abgeschlossen? 

Egal! Wirklich, egal! Es ist so unendlich spannend, sich immer wieder von sich selbst überraschen zu lassen! 
Lass Dir das nie nehmen! Von niemandem!

Kämpfe für Dich dafür, immer Du selbst werden zu dürfen!

Der Versuch, mit sich selbst die eigenen Emotionen, Gedanken und Gefühle auszudrücken, ist wirklich anstrengend… Gesicht (Mimik) und Körper (-Sprache) zu kontrollieren … Die Mischung aus Emotionen fühlen und Emotionen außen vor zu lassen, um arbeiten zu können…

Tja… warum habe ich mich jetzt nackt fotografiert?
Für mich liegt hinter mir das bisher intensivste und vielfältigste Jahr überhaupt! 
Bei allem, was einem passieren kann, lernt man täglich Neues über sich selbst… Ich denke immer, dass mein Verhältnis zu mir selbst gut ist, aber ist es das? 

Das Hören von Texten, die mich bewegen, genieße ich, egal in welche Richtung meine Gefühle auch immer ausschlagen mögen…, aber mich mit ihnen auseinanderzusetzen, gelingt mir nur auf zwei Arten:

Eine davon ist die Fotografie – also zu versuchen, mich selbst zu fotografieren UND die Gefühle mit meinem Körper auszudrücken – und das ohne Kleidung oder Accessoires zu tun, ist ehrlich. Ehrlich, nicht nur Dir gegenüber, sondern vor allem mir gegenüber. 
Nackt heißt auch ‘schutzlos’, erneut: nicht nur Dir, sondern auch mir gegenüber schutzlos. 

Man könnte sagen, dass ich ein Jahr gebraucht habe, um den Mut zu finden, den Versuch zu unternehmen …

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feels good to be me