spring, is it you?
Ein freier Tag, gute Wetteraussichten! Will man in einer Zeit des Lockdowns und der Kontaktbeschränkungen (teils selbst auferlegt, aus Angst vor einer Covid-Infektion) mehr?
Also entschied ich gestern am Abend, die Vorteile des Winters auszunutzen und die erst spät aufgehende Sonne zu fotografieren …
Zugegeben, 07:38 Uhr Sonnenaufgang klang utopisch entspannt für jemanden, der für die letzten Sonnenaufgänge im Oktober noch spätestens 6 Uhr vor Ort war, um nichts zu verpassen … da musste ich heute einfach!
Naja, und ich hatte ein Tilt-Shift-Objektiv zum Spielen dabei … Gut!
Ich als Landei habe allerdings vernachlässigt, dass es in der Stadt hohe Gebäude gibt.
Ja, 07:38 Uhr kommt die Sonne über den Horizont … welcher mit der Gebäudehöhe allerdings keineswegs etwas zu tun hat!
So vertrieb ich mir die Zeit mit ein paar Making-Of-Fotos und dem Genuss der frischen Luft an einem herrlichen Morgen!
Wie auch immer er sich in den Donaukanal verirrt hat, aber ich sah sogar einen Biber! Den ersten meines Lebens!
Und ein nicht wirklich ästhetisches Beweisfoto gelang mir auch!
… schon bemerkenswert, wie sauber das Wasser ist und wie wenig davon den Donaukanal aktuell entlangfließt …
Ein paar selbstverständlich lebensnotwendige Fotos meiner Kamera und der Umgebung später … entdeckte ich einen anderen jungen Fotografen, der seine Kamera in eine ganz andere Richtung ausgerichtet hatte und an einem ganz anderen Ort stand … ich wurde schon ein wenig nervös … Hatte ich mir die Stelle, an der die Sonne aufgeht, falsch ausgerechnet?
Nun gut, ihn verließ die Geduld gut eine Stunde, bevor ich mein Motiv bekam … das beruhigte mich dann schon!
Der Helligkeitsverlauf des Himmels versprach aber Gutes!
… heute hätte es mich schon sehr genervt, wenn ich Unrecht gehabt hätte!
Zugegeben, die Sonne zeigte sich nicht zwischen den Häusern, zwischen denen ich gehofft hatte … aber immerhin fast!
Da die Sonne schon relativ viel Kraft hat, wenn Sie über die Dächer der Gebäude Wiens blinzelt, fiel es schwer, den Moment genau zu beobachten, um ihn nicht zu verpassen …
Rücken zur Sonne … klingt doof, ist aber so!
Ich stand für mein Foto unter einer Brücke.
Die Laternen auf der Brücke und später die Brücke selbst zeigten gut an, wie hoch die Sonne bereits stand!
Als sie mich blendete, hatte ich dann hockend noch ein bis zwei Minuten, bevor sie auch meine Kamera traf … ich konnte aber bereits gut abschätzen, wo genau ich stehen müsste! Und so ließ sich alles gut timen und mein Zielfoto entstand!
Sicher fühlte es sich intensiver und aufregender an, als das Foto aussieht … aber nach so vielen Tagen grauem Himmel war es einfach herrlich, die Sonne beim Aufgehen zu beobachten!
Und einmal, vielleicht war es Einbildung, roch ich das Wasser des Donaukanals! Frühling?! Er wird kommen! Corona hin oder her! Das Wetter wird besser, man kann bald wieder in der Sonne spazieren und das Virus mag ja Sonne glücklicherweise nicht!
Was für ein positiver Morgen!
Halten wir alle noch ein wenig durch!
PS.:
… am Nachmittag noch auf eine kleine Runde aufgebrochen … Sonne gilt es auszunutzen!
Ich lief nur halb durch Zufall am ’25hours’ vorbei … dem Ort, an dem Wien für mich begann! Jedesmal, wenn ich es sehe, erinnere ich mich daran, wie ich durch die Schiebetür auf die Wand voller blitzender Kameras blickte und dieses verrückte Hotel betrat und …
… fast wieder symbolisch: Der kalte, graue Lockdown-Winter kündigt sein Ende dort an, wo für mich alles begann …
Aber ich denke, dazu bietet sich irgendwann mal ein eigener Beitrag an.